Fraktion auf Exkursion zum Thema Soziales

Jedes Jahr unternimmt unsere Fraktion eine Exkursion quer durch den Ennepe-Ruhr-Kreis zu einem Themenschwerpunkt der Kreispolitik. Nachdem wir uns in den letzten Jahren bereits mit der Abfallentsorgung, der Wirtschaftsförderung und dem Naturschutz beschäftigt haben, lag der Themenschwerpunkt in diesem Jahr auf den sozialen Einrichtungen im Kreis. Begleitet wurden wir dabei von Astrid Hinterthür, der Leiterin des Fachbereichs V Soziales und Gesundheit im Kreishaus in Schwelm.

pro familia Schwelm

pro familia Schwelm

Unsere Kreisexkursion startete am frühen Nachmittag in Schwelm. Als erste Station hatten wir pro familia ausgewählt. Der 1952 gegründete Verein übernimmt im Südkreis die wichtige Aufgabe der Beratung zu Schwangerschaft, Sexualität und Konflikten in der Familie. Gemeinsam diskutierten wir die steigenden Fallzahlen bei den Beratungen und stellten Überlegungen zu einer besseren Gewaltprävention an. Die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern der Städte liegt hier im Fokus, da der Kreis bisher kein gemeinsames Jugendamt hat. Bestrebungen zu einem gemeinsamen Kreisjugendamt sind bereits im „Solidarpakt EN“ diskutiert worden, führten jedoch ins Leere. Die Städte haben hier ein Interesse die Aufgabe eher bei sich zu behalten. Es wird auch argumentiert, dass die Jugendhilfe möglichst nahe an den Menschen geschehen muss und, dass ein Kreisjugendamt hier nicht hilfreich wäre. Wir können diese Gedanken nachvollziehen, wichtig ist aber, dass die Strukturen auch der effektiven Gewaltprävention nicht im Weg stehen.

Freie Wähler und Piratenpartei Ennepe Ruhr bei Berufsbildungswerk Volmarstein

Freie Wähler und Piratenpartei Ennepe Ruhr bei Berufsbildungswerk Volmarstein, Wetter (Ruhr)

Im Anschluss führte die Fahrt nach Wetter zum Berufsbildungswerk Volmarstein. Hier haben Menschen mit einer Behinderung die Möglichkeit eine vollwertige Berufsausbildung zu absolvieren. Rund 400 junge Menschen, die zum Beispiel auf einen Rollstuhl angewiesen sind oder Autisten sind, werden so zu Kauffrauen, technischen Produktdesignern, Elektrotechnikern oder Mediengestalterinnen ausgebildet. Die Berufsschule bereitet sie außerdem auf das selbstständige Leben vor, denn auch das gemeinsame Wohnen und die Freizeitgestaltung gehört beim Berufsbildungswerk dazu. Wir bekamen eine Führung durch das Schulgebäude mit seinen Werkstätten und durften uns auch im Wohnbereich umsehen. Dabei gab es viel interessantes zu entdecken. Zum Beispiel gibt es bei ihnen „eBay Verkaufsagentur clickundbuy„, wo die Auszubildenden in einem voll ausgestatteten Büro arbeiten und z.B. Präsentationsfotos erstellen, Artikelbeschreibungen verfassen, Artikel einstellen, Auktionen überwachen, Zahlungen abwickeln und am Ende die verkauften Produkte versenden. Wer also einen Partner für den Verkauf von nicht mehr gebrauchten Dingen sucht, hier entlang: http://www.berufsbildungswerk-volmarstein.de/index.php?option=com_content&view=article&id=239&Itemid=148

Freie Wähler und Piratenpartei Ennepe Ruhr beim Haus Im Park, Witten

Freie Wähler und Piratenpartei Ennepe Ruhr beim Haus Im Park, Witten

Ihren Abschluss fand die Bildungsreise durch den EN-Kreis beim „Haus im Park“ (HiP) in Witten.
Im Kontaktcafe für Drogenabhängige bekamen wir erklärt, wie wichtig es ist, dass Drogenkonsumenten nicht kriminalisiert werden, sondern Hilfe bekommen. Im HiP werden Spritzen ausgetauscht, sodass Krankheiten und Verletzung vermieden werden. Die Besucher können ein Mittagessen mit Gemüse aus dem eigenen Garten einnehmen und erhalten Hilfe bei der Post oder Problemen mit dem Vermieter. Das Ziel ist natürlich auch, die Möglichkeit einer Entzugstherapie jederzeit anbieten zu können. Unterstützung findet das HiP auch vom Jobcenter, denn regelmäßig helfen Menschen zum Beispiel im Garten oder in der Küche des Hauses, die den Einstieg in den Arbeitsmarkt wieder erlernen wollen. Oft handelt sich dabei um Menschen, die früher auch einmal einer Drogensucht verfallen sind und sich nun wieder zurück in ein selbstständiges Leben bringen möchten. Täglich wird das Haus im Park von um die 20 Drogenkonsumenten als Ort der Ruhe und Hilfe wahrgenommen, im Sommer kann auch draußen gesessen oder ein Spaziergang im Garten gemacht werden. Die Finanzierung steht jedoch schon lange auf wackeligen Füßen, sodass Spenden gerne gesehen und gut aufgehoben sind. Davon konnte auch die FWEN/Piraten-Fraktion überzeugt werden, die ihre Kreisexkursion noch mit einem gemeinsamen Abendessen ausklingen lies.

Wir freuen uns auf die nächste Fortbildung dieser Art und danken an dieser Stelle noch mal unseren fachkundigen Begleitern, ganz besonders Frau Hinterthür für die fachkundige Begleitung.

 

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